Wir bauen ein Haus! Okay, gedanklich tun wir das schon seit etwa vier Jahren. Während dieser Zeit hätten wir einige Grundstücke fast gekauft, eines hatten wir sogar schon unterschrieben, sind dann aber doch wieder zurückgetreten. Die Sache mit dem Sesshaftwerden ist irgendwie gar nicht so leicht, wenn man erwiesenermaßen ein Nomaden-Gen in sich trägt. Doch nach 14 Umzügen wollen wir nun endlich solide werden und vor allem den Kindern ein festes Umfeld schaffen. Und dafür muss eben auch alles stimmen. Und so haben wir im Sommer 2015 ein sehr schönes Grundstück in der Nähe von Braunschweig gekauft – und auch behalten. Jetzt – Anfang Februar 2016 – soll es endlich losgehen mit dem Bau. Darum möchte ich hier mal aufschreiben, was bis zu diesem Zeitpunkt alles so passiert ist.

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Unser erster Versuch: Noch schwanger mit dem Löwen-Mädchen plane ich bereits die Terrasse. Doch den Kaufvertrag unterschreiben wir dann doch nicht – wegen geplanter Höchstspannungsleitungen in der Nähe.

Zunächst galt es, eine Grundsatzentscheidung zutreffen: Soll unser Haus aus Holz oder aus Stein gebaut werden? Zu Beginn wollte ich unbedingt ein typisches Schwedenhaus haben. Dieser Wunsch wandelte sich dann im Laufe der Zeit hin zu einem moderneren Holzhaus. Für das fast gekaufte Grundstück hatten wir sogar schon einen Vertragsentwurf eines wirklich tollen Holzhaus-Anbieters auf dem Tisch liegen: der Firma Dammann-Haus aus Wohnste bei Bremen. Wir haben viel recherchiert, mit Dammann-Bauherren geredet und einen wirklich tollen Besuch in Wohnste erlebt. Deswegen kann ich euch aus voller Überzeugung sagen: Wenn ihr ein Holzständerhaus bauen wollt und im Dammann-Lieferradius wohnt, macht es!

Bei uns entwickelte sich die Sache anders – was aber nicht die Schuld der Firma Dammann war. Als sich die Sache mit dem Grundstück zerschlug, kamen uns irgendwie auch generelle und eigentlich auch nicht fundierte Zweifel am Konzept Holzhaus. Vor allem die Sache mit einem etwaigen Wasserschaden ließ mir keine Ruhe. Und dann hörte ich von einer Bekannten auch noch genau so eine Horror-Story. Experten werden sagen: Kompletter Quatsch, und ein Steinhaus mag Wasser auch nicht. Stimmt ja auch. Dennoch siegte bei uns schließlich der Kopf über das sich heftig beschwerende Herz. Denn wir lieben Holz sehr. Und in einem Holzhaus zu wohnen erscheint mir noch immer traumhaft – wenn man eben keinerlei Zweifel hat.

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Dies wäre das Grundstück für unser Holzhaus gewesen. Wir unterschreiben zwar den Kaufvertrag, bekommen dann aber noch Bauchweh. Irgendwie passt’s nicht.

Es stellte sich also die Aufgabe, ein geeignetes Bauunternehmen für uns zu finden. Sehr kniffelige Sache. Vor allem, wenn man quasi frisch aus der Holz-Fraktion übergesiedelt ist. Nach unserer Erfahrung gibt es riesige Unterschiede zwischen „Stein-Menschen“ und „Holz-Menschen“ – sowohl in der Baubranche, wie auch im normalen Leben. Doch schließlich fanden wir ein Bauunternehmen, das Preis-Leistungsmäßig in Ordnung war und bei dem wir auch ein ganz gutes Gefühl hatten. Allerdings ging es von heute auf morgen Pleite. Glücklicherweise war bis auf ein erstes Gespräch noch nichts gelaufen.

Es folgten weitere, durchaus denkwürdige Begegnungen mit Vertretern der bauenden Zunft. Mein persönliches Highlight war der Besuch eines Unternehmens in Vechelde. Der Mensch, der uns da am Schreibtisch gegenüber sah, hielt es offenbar für völligen Quatsch, uns unsere Fragen zu beantworten. Sein Motto: „Das hat den Bauherren nicht zu interessieren.“ Ganz schlecht. So etwas mögen wir so gar nicht. Ich finde, wenn ich schon mein sauer auf Pump organisiertes Geld rüberschiebe, habe ich auch ein Recht auf ein paar Infos. Der Kollege verfiel seinerseits recht schnell in dumpfes Schweigen und ließ uns einige Tage später per Post mitteilen, dass es seine Kapazitäten leider nicht zulassen, ein Haus für uns zu bauen. Ach ne. Schließlich fiel unsere Wahl auf die kleine Firma Brandt Massivhaus aus Braunschweig. Im Grunde besteht die Firma nur aus Herrn Brandt selbst – was wir super finden. So muss man sich nicht mit zwar geschulten aber dennoch oft ahnungslosen Verkäufern rumschlagen, sondern hat es stets mit dem Chef selbst zu tun. Da wir unseren Grundriss eigentlich schon im Kopf hatten, war das Haus denn auch recht schnell fertig geplant.

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Wir drei Grazien auf dem Acker, der sich bald zum Baugebiet wandeln wird: Der Kaufvertrag ist unterschrieben, das Grundstück bezahlt – und Bauchweh hat niemand.

Doch an den Baustart war noch lange nicht zu denken. Dafür sorgte vor allem der Bautrupp, der die Erschließung unseres Baugebietes zu erledigen hatte. Die Arbeiten begannen plangemäß im August. Mitte Oktober sollte das Ding erledigt sein. Prima, dachten wir und viele künftige Nachbarn. Da kann man vor dem Winter ja noch einiges schaffen. Dementsprechend plante Herr Brandt und auch wir unterschrieben dementsprechend unseren Kreditvertrag. Sommer, Herbst und die ersten Dezember-Tage verliefen wettertechnisch optimal. Es war warm und regnete kaum. Doch leider wurde der Bautrupp von allerlei Unpässlichkeiten wie grassierenden Krankheiten und zu wenig Arbeitsgerät heimgesucht. Mit dem Ergebnis, dass die erschlossenen Grundstücke schließlich am 23. Dezember an die Eigentümer übergeben wurden. Weihnachtsferien und nun doch noch schlechtem Wetter sei Dank ist es nun also Anfang Februar geworden – und endlich wurde mit den Vorarbeiten für die Bodenplatte begonnen! Bisher sind – obwohl ja eigentlich noch nichts passiert ist – schon einige der gefürchteten „unvorhergesehenen Kosten“ aufgeplöppt. Mal sehen, wie es weitergeht. Wir sind guter Dinge.

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Die Erschließung ist endlich beendet und die Hausnummer schon da. Es kann losgehen!

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